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Ich reise übers grüne Land

Volks- und Frühlingslied
Weise: Hermann Engel (1913) - Worte: Joseph von Eichendorf (1788—1857)

Liedtext

1. Ich reise übers grüne Land,
Der Winter ist vergangen,
Hab um den Hals ein gülden Band,
Daran die Laute hangen.

2. Der Morgen tut ein'n roten Schein,
Den recht mein Herze spüret,
Da greif ich in die Saiten ein,
Der liebe Gott mich führet.

3. So silbern geht der Ströme Lauf,
Fernüber schallt Geläute,
Die Seele ruft in sich: Glück auf!
Rings grüßen frohe Leute.

4. Mein Herz ist recht von Diamant,
Ein' Blum von Edelsteinen,
Die funkelt lustig übers Land
In tausend schönen Scheinen.

5. Vom Schlosse in die weite Welt
Schaut eine Jungfrau 'runter,
Der Liebste sie im Arme hält,
Die sehn nach mir herunter.

6. Wie bist du schön! Hinaus, im Wald
Gehn Wasser auf und unter,
Im grünen Wald sing, dass es schallt,
Mein Herz, bleib frei und munter!

7. Die Sonne uns im Dunklen lässt,
Im Meere sich zu spülen,
Da ruh ich aus vom Tagesfest
Fromm in der roten Kühle.

8. Hoch führet durch die stille Nacht
Der Mond die goldnen Schafe,
Den Kreis der Erden Gott bewacht,
Wo ich tief unten schlafe.

9. Wie liegt all falsche Pracht so weit!
Schlaf wohl auf stiller Erde,
Gott schütz dein Herz in Ewigkeit,
Dass es nie traurig werde!

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