Moura
Die freundliche Kleinstadt mit stattlichen Bürgerhäusern und einem kleinen maurischen Stadtviertel wird von einer Burgruine überragt: Hier sprudelt eine heilkräftige Thermalquelle, die den Ort zu einem Kurbad adelte. Die Burgruine war früher aufgrund der guten Wasserversorgung von großer strategischer Bedeutung. Auch das im ganzen Land bekannte Castello-Mineralwasser kam ursprüglich aus dieser Quelle. Heute produziert eine Mineralwasserfabrik 3 km außerhalb bei Pisões das portugiesische "Perrier".
Das Olivenöl von Moura, das Sie unter der Bezeichnung "Azeite Moura" überall erwerben können, gilt als eines der besten in Portugal. Eine große Ölraffinerie, in der Oliven und Sonnenblumenkerne gepresst und raffiniert werden, liegt am Ortseingang.
Der rund 1.200 ha Rebfläche umfassende Anbaubereich gehört zum Sub-Bereich innerhalb der portugiesischen DOC und Region Alentejo. Die Rot- und Weißweine werden aus den einheimischen Rebsorten Alfrocheiro, Antão Vaz, Fernão Pires, Moreto, Periquita (Castelão Francês), Rabo de Ovelha, Roupeiro und Trincadeira gekeltert.
Basisdaten - Sehenswert - Geschichte
Die Stadt, die wegen ihrer Heilquelle auch Thermalbad ist, war schon von den Römern besiedelt und wurde später der Lieblingsplatz des maurischen Dichters Al-Motadide.
Das Schicksal von Saluquia, der Tochter des maurischen Burgherrn, wurde in Moura zur Legende: Angeblich wartete sie auf der Burg auf ihren Verlobten um Hochzeit zu feiern. Dieser wurde jedoch von christlichen Rittern gefasst, getötet und seiner Kleider beraubt. Als Mauren verkleidet drangen die Ritter sodann in die Burg ein, nachdem Saluquia ihnen das Tor geöffnet hatte. Als Saluquia ihren Irrtum bemerkte, sprang sie aus Verzweiflung vom Burgturm in den Tod. Diese Historie wird auch heute noch amtlich dokumentiert im offiziellen Wappen der Stadt - eine Frauenleiche unterhalb des Kastellturms!
Im Jahr 1232 eroberten die Kreuzritter die Stadt, die jedoch nicht die gesamte maurische Bevölkerung vertrieben. Viele Mauren durften noch bis zu ihrer endgültigen Vertreibung bis zum Jahre 1496 bleiben. Deshalb finden Sie noch ein guterhaltenes maurisches Stadtviertel und einige typische Schornsteine aus dieser Zeit.
Die Karmeliten kamen aus dem Heiligen Land, wo sie die Heiligen Stätten verteidigten, nach Portugal als Ordenskapläne des Johanniterritterordens. Ihnen wurde der durch die Johanniter 1251 errichtete Konvent in Moura überlassen. Im Jahre 1421 zählte dieser Konvent zählte 42 Ordensmitglieder. Von dort aus breiteten sich die Karmeliten über ganz Portugal und dar-über hinaus nach Brasilien aus.
Im 14.Jh. wurde das zerstörte Kastell wieder aufgebaut und um 1660 verstärkt. Als die Spanier 1707 in Moura einfielen ließen sie nur noch Ruinen zurück. Moura bekam das Stadtrecht im Jahre 1988.
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