Papst und Sultan
Text: Christian Ludwig Noack (1767-1821)
1. Der Papst lebt herrlich in der Welt, Er lebt von seinem Ablassgeld. Er trinkt vom allerbesten Wein; Ich möchte doch der Papst auch sein. |
2. Doch nein, er ist ein armer Wicht! Ein holdes Mädchen küsst ihn nicht, Er schläft in seinem Bett allein; Ich möchte doch der Papst nicht sein. |
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3. Der Sultan lebt ins Saus und Braus, Er wohnt in einem grossen Haus Voll wunderschöner Mägdelein; Ich möchte doch auch Sultan sein! |
4. Doch nein, er ist ein armer Mann, Er lebt nach seinem Alkoran, Er trinkt nicht einen Tropfen Wein; Ich möchte doch nicht Sultan sein. |
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5. Gertrennt wünscht' ich mir beider Glück Nicht einen einz'gen Augenblick, Doch das ging' ich mit Freuden ein: Bald Papst, bald Sultan möcht' ich sein! |
6. Drum Mädchen, gib mir einen Kuss, Denn jetzt bin ich der Sultanus! Drum, traute Brüder, schenkt mir ein, Halb Sultan und halb Papst zu sein. |
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